Halterner Judo-Club 66 e.V.

Joseph-Hennewig-Schule und der Halterner Judo-Club, Woche des Respekts

Eine funktionierende Gesellschaft ist die Grundlage für unser Zusammenleben. Hierzu gehört u.a. gesellschaftlicher Zusammenhalt mit anständigem und respektvollem Umgang. Leider ist Respekt in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr, vielmehr stehen oft Respektlosigkeit und Ignoranz auf der Tagesordnung. Die Landesregierung NRW setzt daher ein Zeichen gegen Hass und Gewalt und für ein friedliches Zusammenleben und mehr Wertschätzung und veranstaltete vom 14. Bis 18. November die Woche des Respekts.

Die Joseph-Hennewig-Schule nahm dieses Motto im Rahmen eines Projekttages auf. Der Sportlehrer Josef Ovelhey brachte das Thema direkt mit dem Judosport in Verbindung und bat den Halterner Judo-Club am 17.11. um die Mithilfe bei der Organisation einer vierstündigen Übungseinheit. Die Verantwortlichen des HJC waren sofort bereit, diese Aktion zu unterstützen. Erik Tombarge, Oliver Jendhoff, Thorsten Priesner und Kerstin Meer zeigten 12 Schülerinnen und Schüler der 5. Und 6. Klasse wie Respekt und Wertschätzung Bestandteile des Judo sind.

Los ging es zunächst einmal mit dem Aufbauen der Judomatte (tatami).

Jede Judostunde beginnt zunächst mit dem Angrüßen und Verbeugen im Knien (zarei) oder im Stand (ritsorei), wodurch der gegenseitige Respekt und die Anerkennung untereinander zum Ausdruck gebracht werden. Ein Judoka verbeugt sich auch vor jedem Wettkampf vor seinen Gegnern. Verweigert ein Judoka in einem Wettkampf die Verbeugung, wird er umgehend disqualifiziert (hansokumake).

Jigoro Kano, der Gründer des Judos, verstand Judo nicht nur als Sportart, sondern auch als Erziehungssystem. Mit seinem moralischen Prinzip „Ji ta kyo ei“ drückte er schon Ende des 19. Jahrhunderts den pädagogische Wert der Sportart auf sozialer Ebene aus. Die Verantwortung für den Partner, das „miteinander kämpfen“ ohne sich, oder den anderen zu gefährden und die Rücksichtnahme auf Schwächere, sind Grundlage des Judo. Der Deutsche Judo Bund hat dieses Prinzip bis heute in den 10 Judowerten verankert.judowerte

Nach Durchsprache und Bedeutung der Judowerte, musste zunächst die Muskulatur aufgewärmt werden.

Es folgte eine Einführung in die Fallschule (ukemi-waza), eine Grundlage des Judo. Denn ohne das richtige Fallen können die Wurftechniken (nage-waza) weder erlernt noch beherrscht werden.

Danach wurden die ersten Wurftechniken einstudiert. Bei den Wurftechniken versucht der Werfende (Tori) seinen Gegner/Partner (Uke) derart aus dem Gleichgewicht zu bringen, dass dieser ohne großen Kraftaufwand geworfen werden kann. Dabei wurde auch deutlich, dass Tori Uke so wirft, dass er auch die erlernte Fallschule umsetzten kann. Uke hat also auch hier eine Vorsorgepflicht für seinen Gegner. Nach verhaltenem, respektvollem Beginn wurden die Aktionen der Schüler schnell mutiger und es zeigte sich das Judotalent des ein oder anderen.

Im dritten Block der Einheit wurden dann Bodentechniken gezeigt und einstudiert. In einem Judokampf (shiai) gewinnt der Judoka, der seinen Gegner zuerst auf den Rücken gebracht hat. Nicht immer gelingt dies durch die entsprechende Wurftechnik, so dass eine Fortführung im Bodenkampf erforderlich wird. Dabei gibt es die Möglichkeit, seinen Gegner mit einem Haltegriff (osae-komi-waza) zu fixieren. Schnell war klar, mit der richtigen Technik ist es einfach, seinen Gegner im Boden zu fixierten. Hebel- (kanetsu-waza) oder Würgetechniken (shime-waza) bieten eine weitere Möglichkeit, den Gegner zur Aufgabe zu zwingen. Diese Techniken werden allerdings erst im fortgeschrittenen Ausbildungsstadium erlernt.

Die angesetzten vier Stunden vergingen schlussendlich wie im Flug. Alle waren so begeistert, dass sie am liebsten noch weiter gemacht hätten.

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Am Ende war allen klar, Judo ist mehr als nur ein Sport. Im Judo spielen Respekt, Höflichkeit und das Miteinander eine entscheidende Rolle. Denn wer die Judowerte respektiert und beachtet findet Freundschaft. An diesem Morgen waren 17 Freunde zusammengekommen.

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